Stand: Oktober 2026
Abfallarten sind Gruppen von Abfällen, die nach Herkunft, Zusammensetzung und Gefährlichkeit unterschieden werden. In Deutschland ordnet die Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV) jeder Abfallart einen sechsstelligen Abfallschlüssel zu, zum Beispiel 20 03 01 für gemischte Siedlungsabfälle.
Abfallschlüssel und gefährliche Abfälle
Die AVV setzt das Europäische Abfallverzeichnis um und beruht auf der EU-Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG. Gefährliche Abfallarten sind im Verzeichnis mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet, alle übrigen gelten als nicht gefährlich. Für manche Abfälle gibt es zwei Einträge, einen gefährlichen und einen nicht gefährlichen (sogenannte Spiegeleinträge). Welcher zutrifft, hängt von der Zusammensetzung im Einzelfall ab. Zu den häufig als gefährlich eingestuften Abfällen zählen etwa asbesthaltige Baustoffe, kontaminierte Böden und Emulsionen.
Typische Abfallarten im Überblick
Die amtliche Statistik gliedert nach Herkunft in Bau- und Abbruchabfälle, Siedlungsabfälle, Sekundärabfälle, Abfälle aus der Gewinnung von Bodenschätzen und übrige Abfälle. Bau- und Abbruchabfälle machten 2024 mit 182,8 Mio. Tonnen rund 50 % des Aufkommens aus (Statistisches Bundesamt, 2024). Im Alltag begegnen Ihnen vor allem diese Arten:
- Papier, Pappe und Karton: Altpapier
- Altholz aus Gewerbe, Bau und Haushalt
- Bauschutt und Baumischabfälle
- Gewerbeabfall und Sperrmüll
- Bioabfälle, Glas, Metalle und Elektro-Altgeräte (Elektroschrott)
Warum die Einstufung wichtig ist
Der Abfallschlüssel bestimmt mit, wie ein Abfall gesammelt, transportiert und behandelt werden muss und ob ein Entsorgungsnachweis nötig ist. Vermischte oder falsch deklarierte Abfälle können den Entsorgungsweg verteuern. Als Entsorgungsfachbetrieb entsorgt Kühl auch Sonderabfälle und berät zur richtigen Einstufung, siehe Sonderabfälle & Gefahrgut.
