Stand: Oktober 2026
Treibhausgase sind gasförmige Stoffe in der Atmosphäre, die den Treibhauseffekt verursachen. Sie kommen natürlich vor, werden aber auch durch menschliche Tätigkeiten freigesetzt.
Welche Treibhausgase regelt das Kyoto-Protokoll?
Das Kyoto-Protokoll erfasste ursprünglich sechs Gase bzw. Gruppen: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (Lachgas, N2O), teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6). Für die zweite Verpflichtungsperiode 2013 bis 2020 kam durch die Doha-Änderung als siebtes Gas Stickstofftrifluorid (NF3) hinzu, das vor allem bei industriellen Prozessen entsteht. Das Umweltbundesamt rechnet HFKW, FKW, SF6 und NF3 zu den fluorierten Treibhausgasen (F-Gasen).
Wie unterscheiden sich die Gase?
Treibhausgase wirken unterschiedlich stark und unterschiedlich lange. Über 100 Jahre betrachtet erwärmt Methan nach Angaben des Umweltbundesamtes etwa 28-mal so stark wie Kohlendioxid, Lachgas etwa 265-mal so stark. Um die Gase vergleichbar zu machen, werden Emissionen in CO2-Äquivalenten angegeben. Für Deutschland nennt das Umweltbundesamt für 2025 Gesamtemissionen von 649 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.
Bezug zur Abfallwirtschaft
In der Abfallwirtschaft entsteht Methan vor allem bei der Ablagerung von Abfällen auf Deponien. Die Emissionen des Sektors sind laut Umweltbundesamt von 1990 bis 2024 um etwa 87 Prozent gesunken. Welche Treibhausgasmengen ein Verfahren oder ein Entsorgungsweg verursacht, lässt sich mit einer Ökobilanz ermitteln. Zusammenhänge zu Kreislaufwirtschaft und Recycling ergeben sich dort, wo Materialien im Umlauf bleiben und weniger Primärrohstoff gewonnen werden muss.
