Stand: Oktober 2026
Deinking (deutsch Druckfarbenentfernung) bezeichnet das Entfernen von Druckfarbe aus bedrucktem Altpapier. Es ist ein Schritt im Papierrecycling, damit die Fasern wieder für neues Papier genutzt werden können, zum Beispiel für Zeitungs- und Hygienepapiere.
So läuft Deinking ab
Zuerst werden grobe Fremdstoffe wie Heftklammern aussortiert, danach wird das Altpapier mit Wasser aufgelöst. Chemikalien wie Natronlauge, Wasserglas, Seife oder Wasserstoffperoxid lösen die Druckfarbe von den Fasern. Anschließend wird die Farbe durch Flotation und/oder Waschen abgetrennt: Bei der Flotation sammeln sich die Farbpartikel im Schaum an der Wasseroberfläche und werden abgeschöpft. Soll das Papier heller werden, folgt eine Bleiche mit Wasserstoffperoxid (Print.de, Evonik).
Grenzen des Verfahrens
Das Verfahren funktioniert gut bei wasserabweisenden Druckfarben wie klassischem Offsetdruck. UV-gehärtete Farben, Flexodruckfarben und manche digitale Drucke lassen sich dagegen schwerer entfernen und können Rückstände im fertigen Papier hinterlassen (Print.de). Die abgetrennten Farbpartikel und Faserreste bilden Deinking-Schlamm, der als Reststoff behandelt oder verwertet werden muss.
Bedeutung in Deutschland
2024 gab es in Deutschland 31 Deinking-Anlagen mit einer Kapazität von rund 3,8 Millionen Tonnen (Verband Deutsche Papierfabriken, 2024). Welche Anlage zum Einsatz kommt, hängt von der Altpapiersorte ab, denn nicht jedes Altpapier ist für Deinking geeignet. Für die Qualität spielt die Sammlung eine große Rolle: Je sauberer und sortenreiner das Material, desto besser lässt sich daraus ein Sekundärrohstoff herstellen.
